Blauer Kreis Zoologische Gesellschaft Österreichs für Tier- und Artenschutz
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Fachbeiträge unserer Referenten

Werner Klotz - Themengebiet Garnelen

Fächergarnelen im Aquarium

Die großen Verwandten der Zwerggarnelen zählen zu den hoch spezialisierten Krustentieren. Mit ihrer speziellen Lebensweise und besonderen Form der Nahrungsaufnahme stellen sie hohe Ansprüche an den pflegenden Aquarianer – belohnen diese aber mit Einblicken in die Welt der Filtrierer am Grund schnellfließender tropischer Bäche.

 

Fächergarnelen bewohnen tropische Süßwasserbäche rund um den Äquator wo sie auf allen vier Kontinenten, Amerika, Afrika, Asien und Australien und den größeren Inseln in schnell fließenden bis reißenden Gewässern zu finden sind. Nur in Gewässern mit deutlicher Strömung war es ihnen möglich über Jahrmillionen ihre hoch spezialisierte Form der Nahrungsaufnahme mit Hilfe von langen, abspreizbaren Borsten an den Spitzen der Scherenfinger zu entwickeln. Diese zu komplizierten Fangnetzen umgebaute Scherenform und der robuste, an das Leben in starker Strömung angepasste Körper sind auch das gemeinsame Merkmal der unterschiedlichen Gattungen und Arten. 

Die Gattung Atyopsis

In der Gattung Atyopsis werden zwei Arten unterschieden: A. moluccensis und A. spinipes. Diese beiden Arten zeigen ein nur wenig überlappendes Verbreitungsgebiet, bei A. moluccensis von Sri Lanka bis zu den großen Sundainseln, bei A. spinipes mit einem östlicheren Vorkommen von Japan über Taiwan, die Philippinen,  Sualwesi und den Molukken (sic!) bis nach Neu Guinea), sind aber ohne mikroskopische Untersuchung nicht zu unterschieden und kommen beide als Molukkengarnele oder Berggarnele in den Handel. Die manchmal lebhaft gelblich oder grün gefärbten und häufig mit einer feinen Längsstreifung gekennzeichneten Tiere sind die am häufigsten für die Aquaristik gefangenen Fächergarnelen und gehören bereits seit vielen Jahren zum Sandardsortiment der Zoohändler. Glücklicherweise stellen sie gleichzeitig auch die am einfachsten zu haltenden Vertreter der Fächergarnelen dar. Anders als die großen Arten der Gattung Atya kommen diese beiden Arten auch in größeren saubern Gewässern vor, haben nicht deren hohen Sauerstoffbedarf und halten sich in der Natur auch an wendiger stark durchströmten Bereichen wie  in Wasserpflanzenpolstern oder in Totholzansammlungen auf. Und während die großen Atya praktisch ausnahmslos nachtaktiv leben, können Atyopsis auch tagsüber beim Filtrieren in der Strömung beobachtet werden. Dies macht die Molukkengarnle auch für die Aquaristik interessant. Trotzdem soll davor gewarnt werden, diese Tiere als attraktiven Zusatzbesatz für ein Gesellschaftsaquarium zu sehen. Anders als viele Aquarienfische und vor allem vielen Wasserpflanzen benötigen die Tiere eine ständige deutliche Strömung im Becken. Sitzen die Tiere dann an gut angeströmten Stellen im Becken, oft nahe der Auströhmöffnung des Motorfilters oder dessen Einsauggitters benötigen sie eine länger andauernde gleichmäßige Futterdrift in der Wasserströmung. Eine kurze „Stoßfütterung“ einmal am Tag können die Tiere nicht richtig nutzen und leiden auf Dauer unter Nahrungsmangel. Aufdringliche Tiere wie Black Mollies, Guppys oder manche Barben zupfen gerne an den Fächerborsten und Antennen der Tiere und stellen einen erheblichen Stressfaktor für die Garnelen dar. Problemlos gestaltet sich meist eine Vergesellschaftung mit friedlichen strömungsliebenden Bodenfischen wie Saugwelsen. Ein vernünftiger Beibesatz aus Bodenfischen, Zwerggarnelen oder strömungsliebenden Schneckenarten kann hier helfen, abgesunkene Nahrungsreste zu verwerten. Regelmäßiger Wasserwechsel ist in einem Fächergarnelenbecken schon aus diesem Grund Pflicht!

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