Blauer Kreis Zoologische Gesellschaft Österreichs für Tier- und Artenschutz
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Hier der Antworttext des BMG zum Thema Kastrationspflicht für Bauernhofkatzen

Besten Dank für Ihr Schreiben an Herrn BM Alois Stöger.

 

Österreich ist europa- und weltweit eines der Länder mit dem strengsten und fortschrittlichsten Tierschutzgesetz. Der Grundgedanke des österreichischen Tierschutzgesetzes ist es, Tiere als fühlende Mitgeschöpfe zu sehen, für die der Mensch eine besondere Verantwortung trägt. Die gesetzlichen Bedingungen in Österreich zur Katzenkastration sind in der 2. Tierhaltungsverordnung (BGBl. II Nr. 486/2004 idgF, Anlage 1), angeführt und lauten: „Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder in bäuerlicher Haltung leben.“Dies bedeutet, dass jedes geschlechtsreife weibliche oder männliche Tier mit Freigang kastriert werden muss. Die Ausnahme für Katzen in „bäuerlicher Haltung“ wird oftmals missverstanden. Gemeint sind damit nicht Katzen, die der Landwirt tatsächlich als Heimtier hält (für diese Katzen gelten zweifellos dieselben Bestimmungen hinsichtlich der Tierhaltung wie für die Haltung aller anderen Katzen auch, dh. die Regelungen über Unterbringung und Pflege und insbesondere auch die Pflicht zur Kastration), sondern die Streunerkatzen, die keinen Besitzer haben und sich im Bereich des Hofes, in weitläufigen Parkanlagen, in Gärten oder z.B. im Bereich öffentlicher Plätze, auf den es Unterschlupfmöglichkeiten gibt, herumtreiben. Die Streichung der Ausnahme von der Pflicht zur Kastration für diese Katzen löst das Problem nicht. Es ist nämlich aus juristischer Sicht fraglich, wem diese Tiere als Halter zugerechnet werden können und wen daher die Pflicht zur Kastration treffen würde. Streunerkatzen stellen ein großes Tierschutzproblem dar. Knappheit an Nahrungsmitteln, das Ausgesetzt-Sein ungünstiger Witterung, Trächtigkeit trotz schlechtem Gesundheitszustand, sowie Verletzungen aufgrund von Revierkämpfen führen zu Tierleid und zur Verbreitung von Krankheiten, besonders Katzenschnupfen. Ein grundlegendes Problem ist mangelhaftes Wissen über die Folgen des Nicht-Kastrierens und die dadurch bedingte explosive Vermehrung der Katzen sowie die gesundheitlichen Auswirkungen auf die sich selbst überlassenen Tiere. Kastration, Impfungen und Kennzeichnung der Katzen sind probate Mittel diesem Tierschutzproblem entgegenzutreten. Die behördliche Überwachung der Einhaltung der Vorschriften des Tierschutzgesetzes und seiner Verordnungen obliegt der Bezirksverwaltungsbehörde. Eine wirksame und sinnvolle Lösung bietet der Ansatz über freiwillige Kastrationsaktionen, die aus Sicht des Bundesministeriums sehr zu begrüßen sind. Es geht dabei darum, dass Landwirte Streunertiere, die sich auf ihrem Hof aufhalten, freiwillig kastrieren lassen. Es laufen diesbezüglich immer wieder Aktionen in den Bundesländern, im Rahmen derer Aufklärungsarbeit geleistet wird und ganz oder zumindest teilweise die Kosten für die Kastration vom Land und/oder Tierschutzorganisationen übernommen werden. Im Sinne des Tierschutzes obliegt es jedem Einzelnen innerhalb seiner Möglichkeiten mitzuhelfen dieses Tierleid zu lindern.

Mit freundlichen Grüßen

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