Blauer Kreis Zoologische Gesellschaft Österreichs für Tier- und Artenschutz
Blauer Kreis             Zoologische Gesellschaft Österreichs für Tier- und Artenschutz

Parasiten in Fischen sind weit verbreitet. Auch in Europa nehmen die Fälle immer weiter zu. Wie gefährlich es wirklich ist, rohen Fisch zu essen, hat "heute konkret" recherchiert.

Liebe Mitglieder und Freunde,
Vor Weihnachten haben wir an Sie, die Mitglieder des Blauen Kreises und des Vereins der Freunde Haus des Meeres, den liebevoll gestalteten Kalender 2017 versandt. Durch ein Versehen unserer Druckerei waren allerdings einige des Tiergartens Walding dabei, mit unserem Brief und unserem Erlagschein. Wenn Sie uns anrufen (0664-12 17 427) oder mailen (blauerkreis@aon.at), senden wir Ihnen gerne den Blauen Kreis-Kalender zu.
​Den Walding-Kalender, den auch unsere liebe Fotografin Jutta Kirchner gestaltet hat, behalten Sie bitte.
​Herzlichen Dank und alles Gute für 2017,
​Evelyn Kolar und Charlotte Deutsch

„Kommentar unseres wissenschaftlichen Beirates VR Prof. Dr. Helmut Pechlaner zu den neuen EU-Richtlinien“.

KRONE 26. 1. 2017, „EU-Verordnung ist Unsinn“

Ihr korrekter Artikel ist zu ergänzen:

 

Das Fehlen einer Ausnahme für anerkannte Zoos im EU-Gesetz ist  widersinnig, es gibt außerdem wichtigeren Handlungsbedarf:  

 

1.) Die EU erkennt in ihrer „Zoorichtlinie“ die Bedeutung der wissenschaftlich geführten Tiergärten, für Tier-, Natur- und Artenschutz sowie für Volksbildung und Forschung an und ermöglicht diesen daher sogar die Haltung von direkt für den Menschen gefährlichen Tieren wie Giftschlangen, Großkatzen oder Elefanten. Andererseits können nach dieser neuen EU-Verordnung  Zoos angeblich nicht einmal Nasenbären sicher unterbringen?!?

Pervers!

 

2.) Die bisher verbotenen Tierarten sind ein feiger Kompromiss, wenn man weiß, dass die Nordamerikanische Regenbogenforelle in ihrer räuberischen Lebensweise nicht nur unsere einheimische Bachforelle akut gefährdet, sondern auch die bodenständige Kleinlebewelt in unseren Gewässern verfolgt! Aber die EU  scheut den Konflikt mit der Fischereiwirtschaft, welche nach wie vor in unserem Land Millionen dieser Tiere züchtet und hunderttausende dieser Fremdlinge in unsere Gewässer aussetzt. Im Nicht-EU-Land Schweiz ist das Aussetzten der Regenforelle bereits seit ca. 20 Jahren verboten! Auch der Amerikanische Nerz (Mink) wird (außer in Österreich wegen Tierschutzgesetz) in der EU in Nerzfarmen gezüchtet, entweicht regelmäßig, wurde aber als Kniefall vor der Wirtschaft nicht verboten.

 

Und noch eine Frage:

3.) Dürfen Bauern künftig noch Ziegen halten und diese auf die Alm bringen, wo diese Art sich doch ganz leicht mit dem Steinwild verpaart?

 

Dr. Helmut Pechlaner

Buchschachen

Waldkauz - Vogel des Jahres 2017

Der Waldkauz – ein stimmgewaltiger Heimlichtuer

 

Dank der landschaftlichen Vielfalt kommen in Österreich bis zu 10 Eulenarten vor. Die Größenspanne reicht vom imposanten Uhu (60 -70cm) bis zum kecken Sperlingskauz (16 -17cm); der gedrungene Waldkauz besetzt mit etwa 40cm Körpergröße und 0,50 -0,60kg Gewicht das Mittelfeld. Sein großer, bei Erregung kugelig aufgeplusterter Kopf war wohl Namen-gebend, denn „Kauz“ lässt sich von „Katze“ ableiten. Mit flauschigem Gefieder und den großen, tiefschwarzen „Kirschenaugen“ erfüllen Waldkäuze alle Merkmale des sogenannten „Eulen-Schemas“.

 

Diese anpassungsfähige Eulenart findet sich nicht nur in Wäldern (bevorzugt in klimatisch günstigen Laub- und Mischwäldern), konnte ihren Aktionsraum vielmehr bis in Baum-bestandene Parks und Gärten am Stadtrand ausdehnen. Dort sucht sie dichte Baumkronen, schützende Efeuranken oder ausgefaulte Baumhöhlungen als Tagesversteck, sie weiß aber auch Nischen in brüchigem Gemäuer oder Kamine als Schlupfwinkel zu nutzen. Als dämmerungs- und nachtaktive Mäusejäger versuchen Waldkäuze nämlich, tagsüber möglichst „unsichtbar“ zu bleiben. Dazu drücken sie sich bei Störung z. B. in ein großes Astloch, die Augen werden spaltförmig zugekniffen; letztlich perfektioniert die Fleckenzeichnung des meist graubraun-rindenfarbigen Gefieders diese Tarnung.

 

Die Hauptaktivität der Käuze fällt in Dämmerung und Dunkelheit. Den nächtlichen Jagdflug  ermöglichen außerordentlich spezialisierte Sinnesorgane: Die großen Augen vermögen selbst geringes Restlicht auszunutzen; bei völliger Finsternis gelingt noch eine Orientierung mit Hilfe des extrem feinen Gehörs. Die großen, rund-geschnittenen Flügel erlauben selbst in dichtem Baumbestand wendige Drehungen, wobei ein feiner Fransensaum an der Schwingenkante als „Schalldämpfer“ dient - und ein nahezu lautloses Anpirschen ermöglicht.

 

Die bevorzugten Mäusearten finden sich meist auf kleinen Waldlichtungen, an Waldrändern und am Bachufer. Allerdings schwankt das Angebot an Mäusen von Jahr zu Jahr ganz erheblich. Z. B. kann die Mäusedichte infolge einer reichen Samenmast der Waldbäume sprunghaft ansteigen, in den Folgejahren aber wieder - auf nahe Null – zusammenbrechen. Dann müssen Waldkäuze ihren Energiebedarf allein mit Regenwürmern und Käfern decken; gelegentlich können selbst Frösche, Fische oder kleinere Vögel zur Beute werden. Da Eulen die unverdaulichen Beutereste wieder auswürgen, lässt sich der jeweilige Speiseplan an Hand der Gewölle („Speiballen“) gut ermitteln.

 

Ein reiches Beuteangebot ist vor allem zur Brutzeit wichtig, da das Eulenmännchen das brütende bzw. hudernde Weibchen samt den Jungen allein versorgen muss. Als Anpassung an den nicht vorhesehbaren „Mäusezyklus“ werden in sogenannten „Mäusejahren“ sehr viel mehr Eier gelegt bzw. Nestlinge aufgezogen, als in Mangeljahren.

 

Waldkäuze achten streng auf ihre Reviergrenzen, wobei sie Nachbarn oder Rivalen vor allem durch Rufen und Singen auf Distanz halten. Wer kennt nicht den typischen Waldkauz-Gesang, wie er jeden Fernseh-Krimi akustisch untermalt: einerseits weich, hohl und weittragend, andererseits heulend und tremolierend mit charakteristischen Pausen. Da Silbenlänge und Stimmcharakter bei jedem Männchen individuell verschieden sind, können fremde Eindringlinge eindeutig von bekannten Nachbarn unterschieden werden.

 

Mit grellen kjiewitt-Rufen, dumpfem Kollern und heulenden Gesängen finden die Paare bereits im Herbst zusammen, wobei Männchen wie Weibchen über ein vielfältiges Lautrepertoire verfügen. Da Waldkäuze sehr früh im Jahr mit der Brut beginnen, setzen ihre Balzgesänge - nach kurzer Winterpause - oft schon im Januar/Februar wieder ein. Jetzt gilt es, eine bestmöglich geeignete Bruthöhle zu finden, sei es ein hohler Baum, ein einsamer Hochsitz oder eine Nische im offenen Kirchturm. Mancherorts stehen den Eulen auch große Nistkästen zur Verfügung. Hier formen die Eulen eine flache Mulde durch grabendes Scharren in der Bodenstreu.

 

In zweitägigem Abstand legt das Weibchen reinweiße, nahezu kugelrunde Eier. Die Anzahl richtet sich nach dem aktuellen Beuteangebot: 5 -7 in Mäusejahren, 3 -4 in normalen Jahren; in Mangeljahren kann die Brut aber auch ausfallen. Das Weibchen brütet alleine, wobei die Bebrütungsdauer bei den Eulen – als eher „altmodischer“ Vogelgruppe – wenigstens 4 Wochen dauert. Rechnet man dann weitere 4 Wochen Nestlingszeit hinzu, so braucht das Eulenpärchen ganze 2 Monate, bis der Nachwuchs den Nistplatz verlässt, und noch einmal 3 -4 Wochen, bis die Jungkäuze endlich selbstständig sind.

 

Waldkäuze sind echte „Nesthocker“ und brauchen eine intensive Betreuung durch ihre Mutter, zumindest die ersten 10 Tage ihres Lebens: der kompakte Körper liegt kraftlos auf, bedeckt mit einem nur schütteren Dunenflaum (Eidunen), die Augen im übergroß wirkenden Kopf noch geschlossen, die federlosen Flügel schlaff herunterhängend. Dank der eiweißreichen Nahrung machen Wachstum und Entwicklung aber rasche Fortschritte: Schon nach wenigen Tagen sprießen erste Federkiele an Rücken und Flanken; die Augen öffnen sich spaltförmig und allmählich können auch die – noch klobigen - Beine den Körper abstützen. Ab dem 10. Lebenstag wärmt das Nestlingskleid bereits soweit, dass die Eulenmutter ihre  Jungen zeitweise allein lassen kann. Bis zur 3. Lebenswoche verdichtet sich das erste Gefieder und lässt die Eulchen wie flauschige Knäuel aussehen. Jetzt versuchen sie auch schon, neugierig zum Höhleneingang zu klettern. Typischerweise springen Waldkauz-Junge mit etwa 4 Wochen vom Nistplatz, noch ohne jede Flugfähigkeit. Da hocken sie dann oft verdutz – und scheinbar verlassen – auf dem Waldboden. Nur allzu oft glauben gutmeinende Menschen, diese Findlinge „retten“ zu müssen. Das ist nicht nur nicht notwendig, sondern sogar abträglich. Denn erstens werden solche „Ästlinge“ von ihren Eltern weiter versorgt, dabei oft auch in vehementen Angriffen gegen Störer aller Art verteidigt (auch gegen verdutzte Spaziergänger). Und zweitens können die Jungkäuze unter Einsatz von Krallen, Schnabel und Flügel an rauen Baumborken oder Gebüsch in sichere Stammhöhen hinaufklettern.

 

Der jeweilige „Vogel des Jahres“ soll auf ein aktuelles Naturschutzproblem aufmerksam machen. In diesem Sinne stehen Waldkäuze stellvertretend für den Schutz alter Bäume, den Erhalt von geeigneten Bruthöhlen und für die Berücksichtigung des Artenschutzes bei Verkehrsplanung, Errichtung von Zäunen sowie der Konstruktion von Stromleitungen oder Windkrafträdern, denn alle diese Phänomene der Kulturlandschaft bergen ein hohes Unfallrisiko für große Vögel, speziell für Eulen, die solche Hindernisse bei Dunkelheit ja nicht erkennen können. – Des Weiteren will uns der Waldkauz - als Jahresvogel – von der abergläubischen Auffassung abbringen, Eulen seien „Todesboten“. Denn ein Kenner wird aus dem hallenden Heulgesang eines Waldkauz´ nichts Unheimliches heraushören, eher einen „Jubelschrei“, der uns das nahe Frühjahr ankündigt.

 

 

W. Scherzinger

Bischofswiesen 

Waldkauz mit Augenverletzung nach Kollision mit einem Auto, in Pflegestation "Haringsee"/ Marchfeld
Waldkauz-Nestlinge, entsprechend 2-Tage-Schlupfintervall jeweils 7,9, und 11 Tage alt
Waldkauz-Männchen im Tagesversteck
Waldkauz-Pärchen, leicht tarnend
Waldkauz-Weibchen (rot-braune Phase)
Waldkäuze-„Ästlinge“, vom sicheren Brutplatz eben abgesprungen
KAMERAD TIER 1+2/2017
Schulwettbewerb - ein großer Erfolg!

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