Blauer Kreis Zoologische Gesellschaft Österreichs für Tier- und Artenschutz
Blauer Kreis             Zoologische Gesellschaft Österreichs für Tier- und Artenschutz

Prof. Dr. Elisabeth Licek

 

Unsere Präsidentin:

Allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige
Klinik für Geflügel, Ziervögel, Reptilien und Fische
der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

 

Am 1. 3. 2007 wurde unsere Präsidentin, Prof. Dr. Elisabeth Licek, am Handelsgericht Wien als allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige für Fische, insbesondere Diagnose von Fischkrankheiten, vereidigt. Sie ist damit in Österreich erst die zweite Sachverständige auf dem Gebiet der Fischkrankheiten. Wie wichtig das im täglichen Leben sein kann, zeigt die Tatsache, dass z.B. bei Wasserrechtsverhandlungen wohl Sachverständige der Fischerei gehört werden, diese aber mit Fragen der Auswirkungen von Fischkrankheiten auf Fische in Freigewässern und Aquakultur überfordert sind oder diesen Aspekt gar nicht beachten. Bleibt nur zu hoffen, dass im Anlassfall ein Blick in die Sachverständigenliste getan wird und die für eine Fragestellung kompetenten SV eingeladen werden.

 

Die Aquakulturrichtlinie und die Frühlingsvirämie der Karpfen (SVC)

Neben der zulässigen Gurkenkrümmung und der Frage ob Marmelade oder Konfitüre die richtige Bezeichnung für eingekochtes Obst ist, befasst sich die EU auch mit der Frage, welche Tierseuchen der Anzeigepflicht unterliegen. Bei der Neufassung der Aquakultur-RL wurde nun auch die im Titel erwähnte Karpfenkrankheit als anzeigepflichtige Seuche aufgenommen. Seit mehr als 2 Jahren hat sich vor allem Österreich, in Brüssel bei den einschlägigen Sitzungen vertreten durch Frau Dr. Höflechner vom BMGFJ und Frau Prof. Dr. Licek als Expertin für Fischkrankheiten, um die Streichung dieser Krankheit bemüht, da eine nachhaltige Bekämpfung nicht möglich ist und die Tilgungs- und Desinfektionsmaßnahmen weit höhere Kosten verursachen als die geringen Fischverluste. Durch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Teichwirten, Fischtierärzten und Behörden, die von vielen EU Mitgliedstaaten als beispielgebend anerkannt wurde und durch ständige Präsenz in Brüssel ist es im März diesen Jahres gelungen, SVC von der Liste der anzeigepflichtigen Krankheiten zu eliminieren. Dieser Erfolg, der zum größten Teil Österreich zu verdanken ist, wurde sowohl bei der heurigen Karpfenzüchtertagung gebührend gefeiert als auch im Juni bei einem sog. SVC-Fest, das von FM Thomas Kainz, der treibenden Kraft unter den Fischzüchtern, am Jägerteich in Waidhofen/Thaya ausgerichtet worden war.

Auch in der EU ist ein Sieg Davids gegen Goliath möglich!

Mag. Michael Köck

Biologe & Aquaristikliebhaber

 

Ich wurde am 13 Januar 1968 geboren, bin daher Steinbock, und die werden ja traditionell oft mit Fischschwanz dargestellt. Folglich war mein Weg in die Aquaristik vorgezeichnet, und so begann ich im zarten Alter von fünf Jahren bereits meine ersten Fische zu pflegen. Wo sich andere Kinder zu Weihnachten Spielzeug wünschten, standen bei mir Außenfilter, Aquarienatlanten oder Schneckenbuntbarsche auf dem Wunschzettel!


Im Jahre 1987 schließlich begann ich mein Zoologie-Studium, das ich 1994 mit einer Diplomarbeit über die „Varianz äußerer Körpermaße beim "Guppy" abschloss. Noch im Dezember des selben Jahres folgte meine erste berufliche Tätigkeit: Facharbeiter in einem Zoofachgeschäft, Abteilung Aquaristik. Es folgten Jobs in weiteren Zoofachhandlungen und dann ein kurzes Intermezzo im Tiergarten Schönbrunn. Im Februar 2005 begann ich meine Tätigkeit im Haus des Meeres, wo ich seit Sommer 2006 als Kurator tätig bin, unter anderem auch für den Bereich Süßwasseraquaristik…


Kurz nach Beendigung meines Studiums besuchte ich zum ersten Mal das Symposion für Vivaristik, damals noch in Lindabrunn. Ich wurde ein treuer Fan dieser großartigen Veranstaltung, lernte dort auch Evelyn Kolar kennen, die über die Reptilien-Auffangstation eng mit dem Haus des Meeres verbunden ist. Als dann plötzlich ein Vizepräsident für den Blauen Kreis gesucht wurde, zögerte ich nur kurz und begab mich in die –für mich nicht ganz unbekannten – Gewässer des Tierschutzes: Seit 1998 züchte ich seltene und bedrohte mexikanische Fische, bin auch international tätig, und gründete im Oktober 2003 eine Arbeitsgruppe in Österreich, die sich auch um die Erhaltung dieser Fische bemüht. Viele dieser Fische haben in der Natur keinen Lebensraum mehr und leben nur mehr in Aquarien von engagierten Liebhabern; andere bewohnen nur mehr Kleinstgewässer von wenigen Quadratmetern, und diese schwinden beinahe täglich! Tierschutz und Arterhaltung an vorderster Front also, mitten im Brennpunkt des Aussterbens von Tierarten, dort wo sich Verzweiflung und Hoffnung paaren und Lebensinhalte geboren werden.


Mein Wahlspruch ist: „Was man tut, ist für mich nicht entscheidend! Für mich zählt, was ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann!

 

Übrigens: Einen Biologen zum Vater zu haben, ist nicht immer einfach. Einer meiner beiden Söhne konnte von den vier Fragen seines ersten Biologietests nur eine fast beantworten: Nach eineinhalb Seiten über die Biene, über die er in der Volksschule referiert hatte, war die Zeit um…

Evelyn Kolar


Verantwortlich für Büro, Organisation und Tierpflege,

"Spinnenfrau und Chamäleondame"

Dass das Zusammenleben mit Tieren für viele Menschen lebenswichtig ist, hat sich ja mittlerweile herumgesprochen und wird durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. Das Sorgen für ein Tier, das uns anvertraut ist, bedeutet für uns Freude und Erfüllung und ist uns Tierfreunden ein wesentlicher Aspekt unserer Daseinsberechtigung, wenn wir die für uns schon beanspruchen wollen.

Was sind Exoten?
Vielleicht kommt Ihnen diese Frage unsinnig vor, denn schließlich weiß ja jeder, dass damit in erster Linie nicht in Europa vorkommende Tiere gemeint sind. Exotische Tiere - so verlangen manche Tierschützer immer wieder - soll man als Tierfreund keinesfalls halten. Damit wollen sie verhindern, dass aus fernen Ländern eingeführte Tiere unter falscher Pflege leiden und ein frühzeitiges Ende nehmen.

Hund und Katze werden als Haustiere akzeptiert, denn schließlich haben sie bei uns ein schon seit Jahrtausenden bestehendes Heimatrecht, wenngleich die Katze aus exotischen Vorfahren hervorgegangen ist.
Das Zwergkaninchen ist hier auch noch zu nennen, denn seine Vorfahren sind europäischen Ursprungs, aber alle anderen Heimtiere, die von Tierfreunden in Wohnungen und Gärten gepflegt werden, fallen in die Kategorie "Exoten".
Das Meerschweinchen stammt aus Südamerika, der Goldhamster aus Syrien, aus Australien kamen
Wellensittich, Nymphensittich und andere schon seit Generationen in Menschenhand gezüchtete Großsittiche zu uns.
Der Zebrafink und andere Prachtfinken kommen ebenfalls von dort.
Nahezu endlos wäre die Liste der Aquarienfische, die ihre ursprüngliche Heimat in fernen Ländern haben.
Wenn diese Lebewesen dann vielleicht nur als Zimmerschmuck, zum Schockieren oder zum Angeben gehalten werden, ist dies ein ausgesprochener Missbrauch von Tieren.

Seit 1993 kümmere ich mich in der Pflegestation des BLAUEN KREISES im Haus des Meeres um Amphibien und Reptilien, mitunter auch um Vogelspinnen und Skorpione, die entweder ausgesetzt, geschmuggelt, schlecht gehalten oder nach einem Todesfall verwaist waren.
Man brachte mir z.B. eine Vogelspinne - ursprünglich aus Sri Lanka - die neben einem Schwimmbassin im 21. Wiener Gemeindebezirk saß, und gleich danach einen Tokee, d.h. einen großen Gecko, der im 20. Bezirk mit seinem Geschrei den Wohnungsbesitzer vom Benutzen seiner Toilette abhielt. Die Besitzer konnten in beiden Fällen nicht eruiert werden. Im Laufe der Jahre bekam ich Hornvipern und Kobras, die auf einem Parkplatz illegal verkauft werden sollten, Chamäleons, die in Socken geschmuggelt wurden, delogierte Leguane und Piranhas, und ich habe auch schon einen Skorpion in einem vollen Staubsaugersack gesucht.

Das hat mir die im Titel genannten Bezeichnungen eingebracht, obgleich man mich genauso gut Katzenmutter und Vogelfreundin nennen könnte. Manchmal überlege ich: Was ist denn jetzt meine Lieblingstierart? Aber ich mag mich nicht entscheiden. Pflege ich Chamäleons und Leguane, bin ich zutiefst beeindruckt, obwohl der Umgang mit ausgewachsenen und geschlechtsreifen Leguanen nicht immer ungefährlich ist.
Komme ich nachhause, freue ich mich über meine Katzen. Im Winter kann ich mich vom bunten Treiben an den Futterstellen in meinem Garten nicht losreißen, und im Frühjahr in einem Sumpf zu stehen und die Frösche zu hören und zu beobachten, macht mich wie viele Tierfreunde ganz glücklich.

Unlängst habe ich den Ausdruck "beschleunigte Zeit" gehört, die den Zugang zur Natur immer weniger möglich macht. Deshalb, obwohl Tierschützerin, bin ich kein Feind, von - wohlgemerkt verantwortungsvoller und tiergerechter - Tierhaltung. Das Wort artgerecht halte ich für unsinnig, nur die wenigsten, die es verwenden, machen sich Gedanken, was es eigentlich bedeutet.
Artgerechte Lebensbedingungen sind für Tiere nur in ihrer natürlichen Heimat gegeben. Das stimmt zwar, aber man sollte doch darüber nachdenken, was alles damit verbunden ist. Es gehört auch alles dazu, was den Tieren das Leben schwer macht: Durst- und Hungerperioden, Busch- und Waldbrände, Angriffe durch Beutegreifer, Rangordnungskämpfe. Ein derart "artgerechtes Leben" würde man keinem in Menschenobhut lebendem Tier zumuten. Ständige Aufklärungsarbeit über richtige Heimtierhaltung ist allerdings unabdingbar, das fängt bei den Haltern von Hunden an, die mit den Hunden über Rolltreppen fahren und sie mit Kuchen und Schnitzel überfüttern, geht über Leguane, die im Tierhandel viel zu billig verkauft werden und in einer kleinen Wohnung nicht gehalten werden können, bis zu einzeln gehaltenen Papageien und Meerschweinchen.

Es gibt aber auch eine andere Seite der Tierhaltung: Nicht wenige Leute investieren ihre gesamte Freizeit und viel Geld, um exotische Tiere zu halten und beobachten zu können. Diese Tierhalter befassen sich ganz intensiv mit wenigen Tieren und entwickeln sich oft auf einem engen Fachgebiet zu Experten, denen auch die "studierten Zoologen" Anerkennung zollen. Der enge Kontakt mit ihren Tieren macht sie darüber hinaus zu verständnisvollen Tierfreunden, die sich auch für den Schutz der Natur einsetzen. Jede Haltung von sogenannten exotischen Tieren aus moralischen Gründen abzulehnen, halte ich für unrealistisch.

KAMERAD TIER 1+2/2017
Schulwettbewerb - ein großer Erfolg!

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