Blauer Kreis Zoologische Gesellschaft Österreichs für Tier- und Artenschutz
Blauer Kreis             Zoologische Gesellschaft Österreichs für Tier- und Artenschutz

Unsere Chronik

Gründungsjahr 1959

Im April 2009 feierte der BLAUE KREIS, sein 50-jähriges Bestehen!

Gunther Tauche hat am 21. April 1959, seinem 40. Ge­burtstag, den Blauen Kreis gegründet.

In einer der ersten Ausgaben von Kamerad Tier (Mai/Juni 1965) erschien dieser Artikel:

Tierschutz auf dem Dachboden

Eigentlich ist doch ganz gleichgültig, wo und wie man Tierschutz betreibt. Hauptsache, man tut etwas für die Tiere. Uns Tierschützern begegnen immer wieder Menschen, die sich selbst als große Tierfreunde bezeichnen. Bittet man diese aber um ihre Mithilfe, sei es als Mitarbeiter, sei es nur als unterstützende Tierfreunde, dann ziehen sie sich zurück und lassen uns allein. Dann gibt es andere, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit wundervolle Reden halten, so daß man beglückt glaubt, endlich einen Tierfreund gefunden zu haben, der es ernst meint. Doch wie bald zerplatzt diese hoffnungsvolle Seifenblase und man muß erkennen, daß auch dieser sogenannte Tierfreund sich nur gerne reden hört. Sonst nichts.

Aber davon wollte ich ja gar nicht sprechen. Ich möchte einmal darüber berichten, wie schön und praktisch ein Dachboden sein kann. Ja, Sie haben ganz richtig gelesen! Ein Dachboden eines alten Wiener Hauses, das schon zu Schuberts Zeiten erbaut wurde.

Dieser Dachboden hat es mir angetan! Er ist ganz einfach ideal für meine Tier­schutzarbeit. Denn dort habe ich meine Werkstatt eingerichtet. Dort verbringe ich meine Freizeit, wenn ich praktische Tierschutzarbeiten ausführe. Jedesmal, wenn ich mich in die Einsamkeit der Arbeit zurückziehe; und dies kommt sehr oft vor, suche ich diesen Dachboden auf. In der Nähe der Bodentür befindet sich mein Arbeitsplatz. Eine elektrische Wurfleitung, die von meiner Wohnung durch Stiegenfenster und Dachbodenluke zu meinem Arbeitstisch führt, ist bald gelegt. Ich brauche dort Licht, denn auf dem Boden herrscht Finsternis. Im Winter ist es dort kalt, oft sehr kalt, im Sommer heiß wie in einer Sauna. Nur in den Übergangszeiten, im Frühjahr und Herbst, hat man dort vernünftige Temperatur­verhältnisse.

Und dann wird gesägt, genagelt, gehobelt, gemalt und gestrichen. Schon zahlreiche Nistkästchen, Futterhäuschen, aber auch mehrere Hundehütten, Kratz­bretter für Katzen, Futterkasten und Heuraufen für das Rehwild, Stallungen für verschiedene Kleintiere haben meine Bodenwerkstatt verlassen. Unsere jüngsten Mitarbeiter haben mir auf ihre Weise fleißig geholfen, indem sie mir das Material heranschafften. In letzter. Zeit baute ich auch dort jene Hundebettchen für Ver­suchstiere, die in der Öffentlichkeit einiges Aufsehen erregten. Kurz und gut, man kann alles auf „meinem" Dachboden erzeugen, was man im Tierschutz, was man für die Tiere braucht. Vor allem, man ist dort mit seinen Gedanken allein. Und dann kann man spüren, wie unkompliziert, wie klar und fruchtbar diese plötzlich werden. Gedanken, die sich auch in die Tat umsetzen lassen. Denn was bedeutet schon ein Gedanke, wenn er nicht verwirklicht werden kann?

Ach, liebe Tierfreunde, es ist doch so einfach, etwas für unsere Schutz­befohlenen zu tun und jeder Tierfreund könnte sich beteiligen. Mit schönen Reden allein kann den Tieren nicht geholfen werden. Und gerade wegen dieses Helfenwollens haben wir doch den „Blauen Kreis" ins Leben gerufen und nicht, weil wir Vereinsmeier sein wollen.

Tiere sind nicht nur edle Wesen, sie sind auch schön! Jedes in seiner Art und oft schöner als wir selbst. Dies dürfen wir uns ruhig eingestehen, ohne uns etwas dabei zu vergeben. Ist das junge, graue Mäuschen, das wärmesuchend in meine Hand schlüpft, nicht ein ebenso geheimnisumwittertes, wundersames Geschöpf wie zum Beispiel ein Reh, ein Hund oder irgendein anderes Tier? Ein zartes Geschöpf, das die Wärme sucht und auch findet. Mehr noch, das Futter in Form von Sonnenblumenkernen erhält, die eigentlich für die Vögel bestimmt sind.

Wunder über Wunder kann man erleben, wenn man sie erleben will. Auch auf dem Dachboden eines Altwiener Hauses. Wunder, die man vielleicht erst dann begreifen kann, wenn man alle Tiere lieb hat.

Gäbe es nur viele Dachböden, auf denen für die Tiere gearbeitet werden kann! Gäbe es doch viele Stätten des aktiven Tierschutzes! In den Kinderzimmern und Kindergärten, in Schulen, Pfarr- und Bauernhöfen, in der Stadt und auf dem Land! Überall dort, wo Menschen mit Tieren zusammentreffen oder zusammen­leben.


Tierschutz bedeutet Erleben, Verstehen, Liebe und Helfen. Tierschutz ist der Wille zur Selbsterhaltung, die Erkenntnis, daß der Mensch erst durch das Zusam­menleben mit Tier und Pflanze Mensch sein kann. Daß er mit ihnen gemeinsam einen Kreis bildet, dem wir angehören und dessen Wahlspruch lautet: Tiere in Not — wir helfen! Mögen wir in der Erfüllung dieser uns selbst auferlegten Pflicht stets den Sinn zum Leben erblicken. Tierschutzarbeit auf dem Dachboden, oder in der Natur, in den Versuchstierstallungen, aber auch im Gespräch mit anderen Menschen, im Urlaubsort oder sonstwo, zu jeder Zeit, überall findet man genügend Möglichkeiten, sich für die Tiere einzusetzen.

Gunther Tauche

Prof. Dr. Kurt Kolar folgte Gunther Tauche im Jahr 1984 als Präsident
Nach seinem Ableben übernahm Dr. Elisabeth Licek die Funktion der Präsidentin
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1.10.1971: Tierschutz-Sonderschau unter dem Motto "Der Blaue Kreis stellt sich vor"

KAMERAD TIER 1+2/2017
Schulwettbewerb - ein großer Erfolg!

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