Mag. Gudrun Braun
Tierliebe in die Wiege gelegt

©FOTO: ORF/Günther Pichlkostner
Als ich noch keine zwei Jahre alt war, borgten sich meine Eltern zu Ostern von einem Freund einen Hasen aus. Da meine Tierliebe schon damals sehr groß war, konnten sie meine Freude über den weiß-schwarz gefleckten Meister Langohr kaum bremsen – kaum munter geworden, hoppelte ich hinter dem freilaufenden Hasen her. Dieser jedoch war nicht ganz so begeistert darüber und verschanzte sich hinter Bett und Sofa, sobald er mich hörte.
Meine Eltern gaben den Hasen schließlich wieder zurück!
Aber nicht lange danach kam mein erstes eigenes Haustier, ein Meerschweinchen namens „Schnüffeline“. So lernte ich auch Evelyn Kolar kennen, denn von ihr kam meine Schnüffeline.
Später folgten die Wasserschildkröten „Max und Moritz“, Hamster, Mäuse und sogar Schnecken in einem Terrarium. Als das Treiben meinen Eltern dann doch zu bunt wurde, ließen sie sich endlich erweichen und mein erster Hund kam ins Haus. Es war ein Rauhaardackel namens „Flinky“ der seinem Ruf als typischer Dackel und Familien-Pascha alle Ehre machte. Wir haben ihn 13 wunderbare Jahre lang geliebt!
Für mich war sonnenklar, dass auch mein Berufsziel etwas mit Tieren zu tun haben sollte. Nach einem verirrten Semester auf der Wirtschaftsuni (meinen Eltern zuliebe und weil mir sämtliche Berufsinformationsmessen mit dem Hinweis auf die schlechten Jobaussichten von einem Studium der Zoologie abgeraten hatten) war für mich klar: Entweder ein Biologie-Studium oder gar nichts.
Also inskribierte ich Zoologie, biss mich durch die Chemie und Physik-Vorlesungen und versüßte mir die Ferien mit diversen Praktika auf der Uni für Bodenkultur und schließlich im Tiergarten Schönbrunn, wo ich dann auch als freie Mitarbeiterin in der Zooschule für Führungen, Kindergeburtstage und vor allem für Nachtführungen zuständig war.
Seit 2004 arbeite ich nun im Wiener Tierschutzhaus als Tiertrainer und mein Traum von früher hat sich erfüllt: Ich kann sinnvoll mit Tieren arbeiten!
Inzwischen habe ich einen wunderbaren Mann geheiratet und zwei entzückende Kinder geboren. Auch die lieben Vier- und Zweibeiner dürfen da nicht fehlen. Unser aller Leben bereichern der aufgeweckte Islandspitzrüde „Lokji“, die zwei Agaporniden „Geronima und Nana“, zwei griechische Landschildkröten und ein Aquarium voller bunter Fische. Im Augenblick beherbergen wir auch einen kleinen Igel – von meiner Tochter liebevoll „Kuschel“ getauft – den wir durch den Winter füttern, um ihn im Frühling wieder in den Garten zu entlassen.
Da der Kontakt zu Evelyn nie abgerissen ist, bin ich mit dem Blauen Kreis in Verbindung geblieben und als „Not am Mann“, oder sollte ich besser sagen „Not an der Frau“ war, bin ich eingesprungen und mache seither die Buchhaltung.
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